Autogas News und Tipps

Autogas (LPG) News Archiv August 2010

Im News Archiv finden Sie ältere Autogas / Flüssiggas (LPG) News und Tipps

autogas-umruestungen.de informiert Sie fortlaufend über aktuelle Autogas / Flüssiggas Trends und Entwicklungen. Die neuesten Nachrichten finde Sie in unserer Rubrik Aktuelles: Autogas News und Tipps.


Kleine Geschichtsstunde: Autogas (LPG) im Wandel der Zeiten

31. August 2010
Autogas-Tankstelle in Berlin um 1948
Foto: Gas-Tankstelle des Gaswerk Dimitroffstraße in Berlin um 1948
Quelle: Deutsches Bundesarchiv · Verwendung im Rahmen der Creative Commons-Lizenz

Autogas (LPG) als Kraftstoff in Automobilen einzusetzen ist keine Erfindung der letzten Jahre. Vielmehr wird Autogas schon seit den 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts als Alternativ-Kraftstoff eingesetzt. Erste Erfahrung mit Flüssiggas / Autogas zum Antrieb von Fahrzeugen sammelte man in Deutschland ab etwa 1935. Initialzündung war die ausreichende Verfügbarkeit des Butan / Propan Gasgemischs durch die Industrie sowie eine von den Nationalsozialisten beschlossene Steuerermäßigung von 50 bis 75 Prozent auf den neuen Flüssiggas-Kraftstoff. Damit sollte bereits vor dem Krieg die Abhänigkeit von ausländischen Ölimporten verringert werden. Bereits kurz vor Kriegsbeginn 1939 wurde sogar der Gasbetrieb für Omnibusse Vorschrift.
Autogas-Tankstellen und das Flüssigas Tanken von damals unterschied sich deutlich von den bequemen Autogas-Tankstationen die Autogas-Fahrern heutzutage zur Verfügung stehen. Statt der Betankung durch Flüssiggas-Zapfsäulen wurden aufwändige Flaschenwechsel durchgeführt. Transportiert wurden die Flaschen mit Hilfe von Sackkarren.
Auch die Autogas-Anlagen Technik steckte noch in den Kinderschuhen. Die Verdampfer und Druckregler waren einfach konstruiert: die einstufigen Treibgasanlagen verzichteten auf eine künstliche vorherige Erwärmung des Gasgemischs. Die Nachverdampfung der Flüssiggases übernahm ein einfacher Rüssel in der Abgasanlage. Die Solex-Pintsch-Treibgasregler waren bereits zweistufig aufgebaut, wobei die Vorwärmung durch Rohrschlangen an der Auspuff-Anlage erfolgte. Ein zweistufiger Pallas- Treibgasregler sorgte für eine Vorwärmung, indem das Gasgemisch durch warme Motorkühlwasser geleitet wurde. Bei dieser Technik bliebt es relativ lange. Der nächste Technologiesprung erfolgte erst in den 80er Jahren nach der Einführung der G-Kat-Systeme. Nun wurden Autogas-Anlagen um eine elektronische Gasmengenregelung per Lambdasonde sowie spezielle Gasregelventile ergänzt. Im Folgenden entstanden dann die ersten Venturi-Anlagen, die dann im Laufe der Zeit von sequenziellen Anlagen sowie Anlagen mit Flüssig-Einspritzung (sog. LPdi oder DI-Anlagen) abgelöst wurden - auch wenn gerade bei Fahrzeugen mit einfacheren Motoren Venturi-Anlagen nach wie vor eine gute und günstige Alternative darstellen. Weitere Details zu aktuellen Anlagen-Typen finden Sie in unserer Rubrik Technik von Autogas-Fahrzeugen.

705 Autogas-Fahrer Opfer von Billigumrüstungen

20. August 2010
Einem Bericht in der jüngsten Ausgabe des Autogas-Fachmagazins Externer Linkautogas-journal.de zufolge sind 705 Fahrzeughalter Opfer von billigen Autogas-Umrüstungen geworden. Nach Informationen des Blattes sind Kunden des Autogascenters Esslingen, Heidenheim und München-Unterschleißheim betroffen, die ihre Fahrzeuge teils mit erheblichen Sicherheitsmängeln übergeben bekommen hatten. Sie hatten sich zuvor durch ein extrem günstiges Umrüstungs-Angebot ködern lassen. Die ersten Mängel dieser Billigumrüstungen ließen jedoch nicht auf sich warten.

Der Ball kam ins Rollen, als der TÜV Süd in einer Stellungnahme erklährte, 263 vom Autogascenter Esslingen umrüstete Fahrzeuge wären ohne gültiges Abgasgutachten auf den Straßen Baden-Wüttenbergs unterwegs. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Verdachts auf Betrug aufgenommen. Betroffene Kunden des Autogasscenters Essling oder einer der Filialen in Heidenheim und München-Unterschleißheim können unter Beszug auf das Aktenzeichen 85 Js 68929/10 selbst Anzeige erstatten.
Im Rahmen der Ermittlungen mußte der TÜV Süd eingestehen, dass eine Vielzahl der im Auftag der beklagten Firma begutachteten Fahrzeuge nur unzureichend geprüft wurden. Nach einer ersten Einschätzung wurden rund 705 Fahrzeuge mit teils erheblichen Sicherheitsmängeln an die Kunden übergeben. Diese erhielten vom Verkehrsministerum bereits Post mit der Aufforderung Ihre Fahrzeuge nach § 5, Absatz 3 der Fahrzeugzulassungsverordnung zur Nachuntersuchung beim TÜV Süd vorzustellen.
Neben den erheblichen Risiken für die Sicherheit im Straßenverkehr steht jedoch der finanzielle Schaden für die Autogas-Kunden im Vordergrund, denn Sie bleiben zunächst auf den Kosten für die ordnungsgemäße Instandsetzung sitzen. Kunden, die zudem kein gültiges Abgasgutachten erhalten haben, müssen nun mit zusätzlichen Belastungen rechnen. Ihnen bleibt nur die Hoffnung, dass die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft eine solide Grundlage für zivielrechtliche Forderungen auf Entschädigung durch das Autogascenter Esslingen bilden.

In seinen Ausmaßen zeigt der vorliegende Fall in aller Klarheit, dass die Werkstattwahl für eine Autogas-Umrüstung nicht ausschließlich nach dem Preis erfolgen sollte. Sonst kann man schnell das Opfer von Billigumrüstern werden. Liegt der vom Umrüster angebotene Preis deutlich unter den in unserer Übersicht Preise und Kosten angegeben Größenordnung, so ist Skepsis geboten, denn die bei uns dangegeben Preise können als Referenzpreise freier Fachwerkstätten in Deutschland gelten. Günstiger geht kaum!



Gaskonzept Methangas-Antrieb: GENeco Bio-Bug mit Methangas aus menschlichen Exkrementen

10. August 2010
BioBug mit Methangas Antrieb
Foto: Bio-Bug von GENeco

Obgleich sich Gas bzw. Gasgemische wie Autogas (LPG) oder Erdgas (CNG) zum Antrieb von Pkw zunehmender Beliebtheit erfreuen, herrscht inzwischen landläufig die Ansicht die Zukunft des Automobils wäre rein elektrisch. Am Markt erfolgreiche Hybridfahrzeuge wie der Toyota Prius oder der Honda Insight haben einen regelrechten Technologiewettlauf der Automobilkonzerne ausgelöst. Jeder Hersteller möchte das erste marktfähige und erschwingliche Fahrzeug mit ausschließchen Elektroantrieb auf den Markt bringen. Gasfahrzeugen wird dagegen die Rolle einer Brückentechnologie zugewiesen.
Aktuell hat der Alternativkraftstoff Autogas (LPG) unter den Gasantrieben in Deutschland klar die Nase vorn. Rund 6.650 Autogas-Tankstellen in der Bundesrepublik stehen rund 873 Erdgastanstellen (CNG) gegenüner. Auch die Anzahl Fahrzeuge spricht eine klar Sprache: Dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge betrug die Zahl der Pkw, die mit Autogas betrieben werden können zum 1. Januar 2010 exakt 369.430 Fahrzeuge. Dagegen schnitt Erdgas mit insgesamt rund 68.515 Autos in Deutschland deutlich schlechter ab.

Doch ist Gas als Kraftstoff in Automobilen wirklich nur eine Brückentechnologie? Nein! Das zumindest behaupten die Ingenieure der englischen Recyclingfirma Externer LinkGENeco, die derzeit mit einem Metan-Hybrid Fahrzeug - dem sog. Bio-Bug - in England Aufsehen erregen. Die Idee, Methangas in einen Autotank zu pumpen und dieses dann zum Antrieb zu nutzen, ist nicht neu. Das Besondere: Der von GENeco umgerüstete VW New Beetle fährt nicht nur einfach mit Metangas, sondern der Gaskraftstoff wurde von den Kläranlagen-Spezialisten der Firma Wessex Water aus menschlichen Exkrementen gewonnen. Da das bei der Zersetzung und Gärung von menschlichen Fäkalien entstehende Bio-Gas sonst ungenutzt in die Atmosphäre entwichen wäre, ist der Bio-Bug fast Co2-neutral. Fast, weil der kleine Mist-Käfer ganz wie gängige Autogas-Fahrzeuge mit Benzin startet.

Das von Externer LinkThe Greenful Company umgerüstete Auto läuft mit einem Methangasgemisch dem mittels eines speziellen Verfahrens das Co2 weitgehend entzogen wurde. Dass der New Beetle mit Methangas fährt, merkt man ihm nicht an. Der 2 Liter Vierzylinder beschleunigt souverän auf bis zu 180 km/h.
Von der Tauglichkeit für den Massenmarkt sind die Teilnehmer des Gemeinschaftprojekts überzeugt. Das Toilettenwasser von 70 Haushalten reiche aus, um eine Jahreslaufleistung von rund 15.000 Kilometern zu garantieren, versichern die Ingenieure bei GENeco.
Das Prjekt wird offenbar sehr ernst genommen. Lord Rupert Redesdale, der derzeitige Vorsitzende der Anerobix Digestion and Biogas Association gab sich im Daily Telegraph Interview zuversichtlich. Der Bio-Beetle sein beispielhaft. Metangas können langfristig andere Gasnantriebe ablösen und Teil umweltfreundlicher Fahrzeugkonzepte werden.


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